
Das andauernde Regendefizit von April bis Juni 2026 wurde immer mehr sichtbar. So war bei diesen Linden-Bäumen in Rorschach SG am Boden ein ganzer Teppich verdorrter Lindenblüten zu sehen. (Foto: Andreas Walker)
Andreas Walker / PW
Trockenes Frühlingsquartal 26
Das Frühlingsquartal 2026 fiel durchgehend zu trocken aus und es wurde eine überdurchschnittliche Sonnenscheindauer verzeichnet.
Sonniger und trockener April
Im April wurden deutlich unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen verzeichnet und die Sonnenscheindauer lag im ganzen Land über dem langjährigen Mittel.
Nach einem kühlen Start zeigte sich der Monat vom 4. bis 9. April regional sommerlich. Langanhaltendes Hochdruckwetter und teilweise sommerliche Verhältnisse sorgten schweizweit im April für sehr wenig Niederschlag. In weiten Gebieten war es sogar der niederschlagsärmste April seit Messbeginn. Verbreitet Niederschlag gab es nur am 12., 13. April und am 28. April. Ansonsten blieb es im Monatsverlauf im ganzen Land weitgehend trocken. Als Folge der niederschlagsarmen Witterung lagen die Monatssummen verbreitet unter 30 % des Durchschnitts. Im landesweiten Mittel fiel nur 27 % Niederschlag des langjährigen Mittels.
Anstelle von Regen brachte das anhaltende Hochdruckwetter einige Tage mit teils kräftiger Bise und besonders viel Sonnenschein. Verbreitet wurden 130-155 % der mittleren Sonnenscheindauer verzeichnet. Trübe Tage mit weniger als 20 % des maximal möglichen Sonnenscheins gab es schweizweit nur im Zeitraum vom 10.-14. April sowie am 19., 28. und am 29. April.
Monatsbilanz April 2026
Die landesweit gemittelte Monatstemperatur im April betrug 7.3 °C. Dies entspricht einer Abweichung zur Referenzperiode 1991-2020 von +2.6 °C. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Temperaturabweichungen zwischen +1.3 °C und +4.3 °C registriert, wobei ein Grossteil der Stationen eine Abweichung von +1.9 °C bis +3.1 °C aufwies. Die höchsten positiven Abweichungen verzeichnete die Alpensüdseite, die kleinsten positiven Abweichungen stammten aus dem Mittelland, dem Jura, dem Alpennordhang und Nord- und Mittelbünden.
Die monatliche Niederschlagssumme im April lag schweizweit unter dem langjährigen Mittel. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Niederschlagssumme zwischen 9 % und 50 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 20 % bis 30 % aufwies. Die grössten Niederschlagsmengen verzeichneten der Jura und das Engadin. Die geringsten Niederschlagsmengen stammten aus dem Mittelland und dem Alpennordhang.
Die monatliche Sonnenscheindauer lag im April schweizweit über dem Durchschnitt. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Sonnenscheindauer zwischen 121 % und 173 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 130 % bis 150 % aufwies. Am meisten Sonnenschein erhielten der Jura, der Alpennordhang und die Alpensüdseite. Die geringste Sonnenscheindauer verzeichneten der Alpennordhang, das Wallis, die Alpensüdseite und das Engadin.
Warmer und trockener Mai
Auch der Mai brachte verbreitet wenig Niederschläge und eine überdurchschnittliche Sonnenscheindauer.
Nach einem warmen Start in den Mai wurde es wechselhafter. Am 5. und 6. Mai gab es nach mehrwöchiger Durststrecke im April wieder einmal verbreitet moderate Niederschlagsmengen. Ein umfangreiches Tief über Skandinavien führte vom 11. bis 19. Mai kontinuierlich feuchtkalte Luft zu den Alpen. Mit einer Kaltfront sanken die Temperaturen ab dem 11. Mai für acht Tage deutlich unter die Referenzwerte für diese Jahreszeit. Vom 10. bis 18. Mai fiel in weiten Teilen des Landes auch immer wieder etwas Niederschlag. Am 12. Mai fiel die Schneefallgrenze auf eine Höhe von 700-1000 Meter, so dass es am Alpennordhang regional 10-20 cm Neuschnee gab. Auch in den darauffolgenden Tagen schneite es teilweise nochmal bis gegen 1100 Meter hinunter.
Aussergewöhnlich frühe Hitze: Innerhalb weniger Tage, vom 20. auf den 23. Mai, wurde es schweizweit heiss. Ab dem 24. Mai gab es für die Jahreszeit aussergewöhnlich früh erste Hitzetage. Vom 25. bis zum 27. Mai wies eine wachsende Anzahl Messstandorte im Tessin und auf der Alpennordseite Tageshöchstwerte von 30 °C und mehr auf. Auch im Schweizer Mittelland erreichten die Tagesmaxima vom 26.5. bis 28.5. verbreitet Werte über 30 °C. Am 26. und 27. Mai verzeichneten viele Messstationen die höchste jemals im Mai gemessene Temperatur. An einigen Standorten, verteilt über die ganze Schweiz, wurden auch neue Mairekorde der Tagesminimumtemperatur erreicht.
Monatsbilanz Mai 2026
Die landesweit gemittelte Monatstemperatur im Mai betrug 10.4 °C. Dies entspricht einer Abweichung zur Referenzperiode von +1.5 °C. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Temperaturabweichungen zwischen +0.7 °C und +2.3 °C registriert, wobei ein Grossteil der Stationen eine Abweichung von +1.1 °C bis +1.8 °C aufwies. Die höchsten positiven Abweichungen verzeichneten der Jura, Nord- und Mittelbünden und das Wallis. Die kleinsten positiven Abweichungen stammten aus der Alpensüdseite und dem Engadin.
Die monatliche Niederschlagssumme im Mai lag verbreitet unter dem Durchschnitt. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Niederschlagssumme zwischen 33 % und 109 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 50 % bis 80 % aufwies. Die grössten Niederschlagsmengen verzeichneten der Jura und der Alpennordhang. Die geringsten Niederschlagsmengen stammten aus dem Mittelland, dem Wallis und der Alpensüdseite.
Die monatliche Sonnenscheindauer im Mai lag schweizweit über dem Durschnitt. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Sonnenscheindauer zwischen 114 % und 147 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 120 % bis 140 % aufwies. Am meisten Sonnenschein erhielten Nord und Mittelbünden, die Alpensüdseite und das Engadin. Die geringste Sonnenscheindauer verzeichnete das Wallis.
Wenig Regen, viel Sonne und Gewitter im Juni
Der Juni brachte wenig Niederschlag und viel Sonne. Auch einige kräftige Gewitter zogen durchs Land.
Am Abend des 9. Juni ging ein heftiger Hagelschlag über dem Mendrisiotto nieder. Das Superzellengewitter brachte Hagelkörner mit einem Durchmesser von 4–5 cm mit sich. Die Messstation Coldrerio verzeichnete innerhalb von nur 10 Minuten 40,9 mm Niederschlag, was einen neuen Rekordwert für den Süden der Alpen darstellt. Es wurden erhebliche Schäden an Gebäuden (insbesondere an Dachfenstern und Dächern), Fahrzeugen und Kulturpflanzen verursacht.
Extreme Niederschläge bei Gewitter im Grossraum Zürich: Ein Gewitter-Cluster sorgte am 19. Juni von Luzern über Schwyz bis Zürich für extreme Niederschläge in kurzer Zeit. Das Gewitter wurde von starken Winden begleitet. In Zürich stürzten Bäume um, Strassen und Unterführungen waren zeitweise überschwemmt. Eine Person kam ums Leben. In Zürich war es lokal ein Ereignis, das nur etwa alle 30-50 Jahre oder seltener vorkommt.
Hitzewelle von historischem Ausmass: Die Hitzewelle Ende Juni war hinsichtlich ihrer Kombination aus Dauer und Intensität extrem und es kam zu zahlreichen Allzeitrekorden. Der Klimawandel hatte einen deutlichen Einfluss auf das Ereignis, doch auch im aktuellen Klima stellt eine solche Hitzewelle eine Seltenheit dar.
Zwischen dem 1. April und dem 28. Juni waren im nationalen Durchschnitt nur 185 mm Niederschlag gefallen, während der Referenzwert für diese Periode bei etwa 362 mm liegt. Dies entspricht einem Defizit von mehr als 170 mm auf nationaler Ebene. Ein solches Defizit lässt sich bis zum Ende des Sommers nur schwer ausgleichen.
Monatsbilanz Juni 2026
Die landesweit gemittelte Monatstemperatur im Juni betrug 16.2 °C. Dies entspricht einer Abweichung von +3.5 °C. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Temperaturabweichungen zwischen +2.0 °C und +4.6 °C registriert, wobei ein Grossteil der Stationen eine Abweichung von +3.0 °C bis +3.9 °C aufwies. Die höchsten positiven Abweichungen verzeichnete der Jura. Die kleinsten positiven Abweichungen stammten aus dem Engadin.
Die Niederschlagssumme im Juni lag verbreitet unter dem Durchschnitt. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Niederschlagssumme zwischen 23 % und 161 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 40 % bis 100 % aufwies.
Die grössten Niederschlagsmengen verzeichneten Nord- und Mittelbünden, die Alpensüdseite und das Engadin. Die geringsten Niederschlagsmengen stammten aus dem Mittelland, dem Jura und dem Wallis.
Die monatliche Sonnenscheindauer lag verbreitet über dem langjährigen Mittel. An den Messstandorten von MeteoSchweiz wurden Verhältnisse der monatlichen Sonnenscheindauer zwischen 97 % und 145 % registriert, wobei ein Grossteil der Stationen ein Verhältnis von 110 % bis 130 % aufwies. Am meisten Sonnenschein erhielten das Mittelland, der Jura, der Alpennordhang und die Alpensüdseite. Die geringste Sonnenscheindauer verzeichnete das Engadin.
Schweizer Karte mit 15 Klimastationen (zu Tabelle Klimadaten Quartal)
Tabelle als PDF: Klimadaten im zweiten Quartal 2026
Quelle: MeteoSchweiz, Klimabulletins 2026




